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Tipps für richtiges Verhalten bei (drohendem) Strafverfahren

1. Schweigen Sie! Schweigen Sie! Schweigen Sie!

Das kann einem Beschuldigten eigentlich nicht oft genug gesagt werden. Sie haben das Recht zu Schweigen! Davon sollten Sie Gebrauch machen. Aus Ihrem Schweigen dürfen keine nachteiligen Schlüsse gezogen werden. Voreilige Einlassungen zum Tatvorwurf können später kaum noch korrigiert werden. Es kann sogar passieren, dass Sie allein aufgrund Ihrer eigenen Angaben später verurteilt werden.

2. Sie sollten weiterhin schweigen!

Reden Sie mit niemandem über das gegen Sie anhängige Verfahren.
Auch wenn es schwer fällt: Reden Sie auch nicht mit Ihrem Partner oder mit Ihren engsten Freunden über die Sache. Zum einen können diese Menschen später als Zeugen in Betracht kommen und Sie können sich nicht sicher sein, ob ein Zeugnissverweigerungsrecht besteht bzw. ob dieses in Anspruch genommen werden wird. Zum anderen sollten Sie bedenken, dass Ihr guter Ruf unnötig beschädigt werden kann.

In keinem Fall sollten Sie mit der Polizei oder anderen Behörden über die Sache sprechen. Machen Sie sich von dem Gedanken frei, dass die Polizei Ihnen als "Freund und Helfer" helfen wird. Die Polizei ermittelt gegen Sie! Reden Sie mit den Beamten auch nicht über belanglose Sachen wie Fußball oder andere Freizeitaktivitäten. Man "verplappert" sich schneller als man denkt. Nochmals: Die Beamten sind nicht Ihre Freunde, auch wenn sie so tun!

3. Kontaktieren Sie einen Rechtsanwalt, der im Strafrecht tätig ist!

Sie sollten schnellstmöglich einen Rechtsanwalt kontaktieren. Wenn Sie von der Polizei gerade festgehalten werden, äußern Sie den Wunsch, dass Sie mit einem Rechtsanwalt telefonieren möchten. Das ist Ihr gutes Recht! Die Beamten dürfen Ihnen diesen Wunsch nicht ausschlagen. Sollten Sie keinen Anwalt kennen oder niemanden erreichen können, so gibt es ihn vielen Städten einen Strafverteidiger-Notdienst.

Ihr Rechtsanwalt wird dann zunächst einmal Einsicht in die Akte nehmen.

4. Besprechen Sie das weitere Vorgehen mit Ihrem Rechtsanwalt und halten Sie sich an die Absprachen!

Nach erfolgter Akteneinsicht wird Ihr Verteidiger mit Ihnen ein Verteidigungskonzept entwickeln. Hier kann erstmals darüber nachgedacht werden, ob ihrerseits eine Stellungnahme zu dem Tatvorwurf erfolgen soll.

5. Bei Festnahme oder Durchsuchung: Leisten Sie keinen Widerstand! Kontaktieren Sie sofort Ihren Rechtsanwalt! Unterschreiben Sie nichts!

Sie sollten versuchen sich bei einer Festnahme oder Durchsuchung ruhig zu verhalten. Leisten Sie auf keinen Fall körperlichen Widerstand. Sie werden im Ergebnis den Kürzeren ziehen und Rechtsnachteile erleiden. Diskutieren Sie auch nicht mit den Beamten. Lassen Sie die unangenehme Maßnahme schlicht über sich ergehen.

Sie sollten jedoch sofort einen Rechtsanwalt kontaktieren und nicht darauf warten, dass die Maßnahme beendet wird. Weisen Sie die Beamten darauf hin, dass Sie Ihren Rechtsanwalt anrufen möchten. Das ist Ihr gutes Recht!

Erklären Sie nicht Ihre Zustimmung zur Durchsuchung und unterschreiben Sie nichts, was Ihnen vorgelegt wird. Bestehen Sie darauf, dass Zeugen während der Durchsuchung anwesend sind.