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Pflichtverteidiger in Berlin gesucht?

Dann haben Sie wahrscheinlich einen Brief vom Amtsgericht Tiergarten oder Landgericht Berlin bekommen, dem eine Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Berlin anliegt und in dem das Gericht mitteilt, dass ein Fall der notwendigen Verteidigung vorliegt.

Ihnen wird dann freigestellt, binnen einer Frist von einer bzw. zwei Wochen einen Rechtsanwalt zu benennen, ansonsten werde Ihnen ein Pflichtverteidiger durch das Gericht bestellt. Von diesem Recht, einen Verteidiger Ihrer Wahl zu benennen, sollten Sie in jedem Fall Gebrauch machen, und die Wahl nicht dem Gericht überlassen.

Wann kommt eine Beiordnung als Pflichtverteidiger in Berlin in Betracht?

Wann in jedem Fall ein Verteidiger auf Seiten des Angeklagten am Strafverfahren beteiligt sein muss, ergibt sich aus dem Gesetz.

§ 140 Abs. 1 StPO bestimmt Folgendes:

"Die Mitwirkung eines Verteidigers ist notwendig, wenn

1. die Hauptverhandlung im ersten Rechtszug vor dem Oberlandesgericht oder dem Landgericht stattfindet;

2. dem Beschuldigten ein Verbrechen zur Last gelegt wird;

3. das Verfahren zu einem Berufsverbot führen kann;


4. gegen einen Beschuldigten Untersuchungshaft nach den §§ 112, 112a oder einstweilige Unterbringung nach § 126a oder § 275a Absatz 6 vollstreckt wird;


5. der Beschuldigte sich mindestens drei Monate auf Grund richterlicher Anordnung oder mit richterlicher Genehmigung in einer Anstalt befunden hat und nicht mindestens zwei Wochen vor Beginn der Hauptverhandlung entlassen wird;


6. zur Vorbereitung eines Gutachtens über den psychischen Zustand des Beschuldigten seine Unterbringung nach § 81 in Frage kommt;


7. ein Sicherungsverfahren durchgeführt wird;


8. der bisherige Verteidiger durch eine Entscheidung von der Mitwirkung in dem Verfahren ausgeschlossen ist;


9. dem Verletzten nach den §§ 397a und 406g Absatz 3 und 4 ein Rechtsanwalt beigeordnet worden ist."
In all diesen Fällen muss das Gericht dem Beschuldigten einen Verteidiger als Pflichtverteidiger beiordnen. Auch gegen seinen Willen!
Ferner enthält das Gesetz für alle Fälle, die den oben genannten Tatbeständen nicht unterfallen, einen Auffangtatbestand in § 140 Abs. 2. Darin heißt es:


"In anderen Fällen bestellt der Vorsitzende auf Antrag oder von Amts wegen einen Verteidiger, wenn wegen der Schwere der Tat oder wegen der Schwierigkeit der Sach- oder Rechtslage die Mitwirkung eines Verteidigers geboten erscheint oder wenn ersichtlich ist, daß sich der Beschuldigte nicht selbst verteidigen kann."
Ein Rechtsanwalt für Strafrecht, der Pflichtvertidigungen übernimmt und Sie als Pflichtverteidiger verteidigt, kann Ihnen sagen, ob dieser Auffangtatbestand in Ihrem Fall einschlägig ist und daher eine Bestellung als Pflichtverteidiger in Betracht kommt.

Ist Pflichtverteidigung eine Verteidigung zweiter Klasse?

Nein! Die Befugnisse des Pflichtverteidigers unterscheiden sich von den Befugnissen eines Wahlverteidigers in keiner Weise. Auch der Pflichtverteidiger ist einseitig nur im auf der Seite des Beschuldigten tätig und keinen Weisungen des Gerichts oder der Staatsanwaltschaft unterworfen. Ein Pflichtverteidiger kann daher genauso gut verteidigen wie ein Wahlverteidiger.

 

Rechtsanwalt Türker übernimmt Ihre Verteidiger auch als Pflichtverteidiger in Berlin und Brandenburg. Nehmen Sie Kontakt mit unserer Kanzlei auf und vereinbaren Sie unverbindlich einen Beratungstermin unter 030 68320817 oder schreiben Sie eine kurze E-Mail.